De-Branding Projekt

Branding Kritik auf einen Blick

Unauthentische Markenkommunikation wird mittels finanzieller Schlagkraft über mediale Multiplikator-Netzwerke potenziert. Unternehmen kaufen sich Aufmerksamkeit über die finanziell abhängigen Medien ein. So können die Überhöhung des Markenmehrwerts sowie die Täuschung über die Produkt- und Unternehmensrealität in einer Reichweite, Durchdringung und Dominanz vollzogen werden, die in der Folge zur Verdrängung von nicht-kommerziellen Images führt und damit die mittelfristige Verarmung der Image-Kultur, und die individuelle und gesellschaftliche Abhängigkeit von kommerziellen Image-Welten forciert.

Punkt für Punkt

Mangelende Authentizität:

  • Die Realitäten von Images und Fakten klaffen weit auseinander
  • Images sind zum großen Teil Ergebnis strategischer Kommunikation. Motivationen und Ziele selbiger stimmen nicht mt den Botschaften der Image-Kommunikation (des Branding) überein.
  • Branding ist strategische Kommunikation, die nicht als solche zu erkennen sein soll.
  • Ergo: Branding täuscht hinweg über die Unternehmensrealität (Produktion und Distribution) und verschleiert die eigentlichen Ziele (Konsumsteigerung zwecks Gewinnoptimierung und/oder Marktdominanz um jeden Preis. Politisch motivierte Image-Kommunikation zielt auf die Herstellung von Konsens und die Sicherung von Macht.)

Dominanz und Durchdringung:

  • Branding durchdringt alle Bereiche der Medien und des Lebens. Die enorme Präsenz der entsprechenden Botschaften, Themen, Werte und Images dominieren den öffentlichen Diskurs und prägen das individuelle Bewusstsein. Botschaften, Themen, Werte und Images, die nicht mit der strategischen Kommunikation kompatibel sind werden marginalisiert.
  • Brands und Images sollen im alltäglichen Leben der Menschen eine selbstverständliche und relevante Rolle spielen. Hierzu besetzt Branding Allgemeingut, wie Sprache und Orte, und verleibt sich populäre Bilder, Gesten, “Styles” und Haltungen ein.

De-Branding

De-Branding wirkt der Dominanz und der mangelnden Authentizität von Branding und seinen strategischen Images entgegen, indem es eine Image-Skepsis verbreitet und nicht-authentische Images korrigiert. De-Branding wirkt dort wo auch Branding agiert: in den Netwerken der Kommunikationen und im Bewusstsein der Individuen. Doch im Unterschied zu Branding verfügt De-Branding über kein (Media)Budget. Folglich muss De-Branding die Medien infiltrieren, deren Aufmerksamkeit provozieren oder virale Effekte der Informationsverbreitung nutzen, um mit anschlussfähigen Informationen die Wahrnehmung der Individuen zu erreichen.

De-Branding Ansatzpunkte

  • Was stimmt nicht mit Image X? In welchen Aspekte unterscheiden sich Unternehmenskommunikation und -realität? (vgl. ›Authentizität‹)
  • Wie sind Tatsachen und Markenkommunikation in Kontrast zu setzen, damit die Widersprüche deutlich werden?
  • Welches sind die Rückversicherungsmuster der Rezipienten? Wo können die neu inszenierten Informationen / Irritationen platziert werden, an welchen vorhandenen Aspekten / Überzeugungen können sie ansetzen?
  • Über welche medialen Kanäle kann ich diese Inszenierung verbreiten? Ist die Inszenierung glaubwürdig genug, sich unter falscher Flagge an den Gatekeepern der Medien vorbei zu schleichen?
  • Wenn sich die Inszenierung nicht für die direkte Infiltration der Medien eignet: Wie kann durch eine Aktion eine ausreichende Eigendynamik erzielt werden? Wie viele Menschen müssen dafür erreicht werden?
  • Wie kann im Erfolgsfall die erzielte Aufmerksamkeit genutzt werden? Welche Argumentationen und Fakten müssen parat sein? Wer kann als Partner einbezogen werden? Wie kann das Niveau der Aufmerksamkeit aufrechterhalten werden?